Mutter hilft ihrem Sohn aus fast tödlicher Mobbing-Krise.

George Makris aus dem englischen Manchester leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Autismusform, die vor allem Schwierigkeiten im Sozialverhalten und der Kommunikation hervorruft. Kinder haben beispielsweise Probleme damit, Freundschaften zu schließen oder ihre Gefühle zu kontrollieren. Trotz dieser Einschränkungen können die Betroffenen aber ein normales Leben führen. George jedoch ging zwei Jahre durch die Hölle, denn der Teenager wurde in der Schule jeden Tag aufs Schlimmste beschimpft.

Begonnen hatte alles 2015 mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule: Georges Klassenkameraden bemerkten schnell, dass er anders war, und grenzten ihn aus. Darüber hinaus begannen sie, sich nicht nur über sein Aussehen, sondern auch über sein Interesse an klassischer Musik und Retrospielen lustig zu machen. „Sie haben mir schreckliche Namen gegeben und mich als fett bezeichnet.“

Zunächst erzählte George niemandem von dem Mobbing, doch die täglichen Beleidigungen gingen nicht spurlos an dem damals Zwölfjährigen vorüber. Als er begann, sich immer mehr zurückzuziehen, wurde seine Mutter Amanda aufmerksam und suchte das Gespräch mit ihrem Sohn. Nachdem George sich ihr anvertraut hatte, setzte sich die besorgte Mutter umgehend mit der Schule in Verbindung.

Um George vor dem täglichen Mobbing zu schützen, beschloss die Schulleitung, ihn in der Pause von den anderen Schülern zu isolieren, indem er die Zeit allein in einem gesonderten Raum verbrachte. Amanda war von dieser Maßnahme alles andere als überzeugt, denn „er wurde wegen etwas bestraft, das nicht sein Fehler war. Und die Mobber haben vor dem Raum einfach auf ihn gewartet“. Zu weiteren Maßnahmen war die Schule jedoch nicht bereit.

Am 17. August 2017 erreichte das Mobbing dann jedoch seinen Höhepunkt: George wurde im Unterrichtsraum von einem Mitschüler körperlich angegriffen, und das, obwohl sich ein Lehrer im Raum befand. Der Klassen„kamerad“ trat mit so heftiger Wucht zu, dass George das Gleichgewicht verlor, zu Boden stürzte und sich den Arm verletzte. Später wurde im Krankenhaus festgestellt, dass er eine schwere Verstauchung erlitten hatte.

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Als Amanda von dem Vorfall erfuhr, war sie völlig entsetzt. Der Anblick ihres verletzten und tieftraurigen Sohns zerriss ihr förmlich das Herz. George war so sehr am Boden zerstört, dass er seiner Mutter unter Tränen erzählte, wie schwer es für ihn sei, jeden Tag in die Schule zu gehen, und dass er seit einiger Zeit ernsthaft über Selbstmord nachdenke.

Amanda war völlig schockiert: „Es war ein absoluter Albtraum, als er mir sagte, dass er an Selbstmord denkt. Ich habe mir die ganze Zeit schreckliche Sorgen um ihn gemacht.“ Aus Angst, ihren Sohn zu verlieren, gepaart mit der Wut auf die Mobber, die ihrem Sohn das Leben so fürchterlich schwer machten, und die Schule, die nicht genügend interveniert hatte, beschloss die 49-Jährige, dass George nicht mehr in diese Schule zurückkehren würde; stattdessen gab sie ihren Sohn in therapeutische Behandlung und organisiere einen Schulwechsel.

Doch Amanda wollte noch mehr für George tun: Sie wollte, dass er das Vertrauen in sich selbst und in andere Menschen wiederfindet. Sie wollte ihren Sohn wieder lachen, ihn wieder glücklich sehen – sein bevorstehender Geburtstag am 29. August schien ihr dafür der perfekte Anlass zu sein.

Auf Facebook berichtete sie von Georges Geschichte und rief dazu auf, ihm zu seinem 13. Geburtstag Glückwunschkarten zu schicken: „Ich denke, dass es wichtig ist, dass Leute ihm zeigen, dass sie gut über ihn denken und so sein Selbstvertrauen wieder aufbauen und ihm Hoffnung geben können. Außerdem will ich ihm zeigen, dass nicht alle Menschen schlecht sind.“

Auf ihre Bitte hin erfragten zahlreiche Menschen ihre Adresse, sodass George zu seinem Geburtstag über 200 Karten bekam. Der Teenager war völlig überrascht von der überwältigenden Anzahl an Glückwünschen und las sich jede einzelne der Karten aufmerksam durch und nahm sich die geschriebenen Worte sehr zu Herzen.

Doch nicht nur die Karten sollten Georges Geburtstag zu etwas Besonderem machen. Zahlreiche Menschen aus seiner Nachbarschaft hatten zusammen mit seiner Familie eine Feier organisiert, deren Ausmaße er niemals erwartet hätte: Eine Hüpfburg im Garten sorgte dafür, dass keine Langeweile aufkam, Popcorn- und Zuckerwattemaschinen füllten die Mägen der Gäste und eine Limousinenfahrt durch die Stadt sorgte für etwas Luxus. Zudem erfüllten zahlreiche Menschen das Haus und den Garten mit guter Laune.
Für George war es der schönste Tag seit Langem: „Ich kann meinen Geburtstag nicht in Worte fassen. Es war einer der besten Geburtstage meines Lebens. Der Tag hat mir ganz viel Vertrauen geschenkt. Ich hatte wirklich eine großartige Zeit.“

Amanda ist überglücklich, dass George seinen Geburtstag nicht nur genießen, sondern auch Kraft und Selbstvertrauen für die Zukunft sammeln konnte. Auf der Feier hat er sogar einen Jungen aus der Nachbarschaft kennengelernt, der ebenfalls das Asperger-Syndrom hat; die beiden verstanden sich auf Anhieb sehr gut und verbringen seitdem einen großen Teil ihrer Freizeit zusammen.

Amanda hat es tatsächlich geschafft, ihren Sohn vor dem Suizid zu bewahren, denn sie hat nicht gezögert, lebensverändernde Entscheidungen zu treffen. Trotz ihres Erfolges möchte die 49-Jährige darauf aufmerksam machen, wie gefährlich Mobbing ist, und Schulen dazu animieren, ihre Handlungsweisen zu überdenken: „Es muss in Schulen mehr Sicherheit geben. Es muss für die Mobber mehr Konsequenzen geben, damit sie wirklich aufhören.“

Seit September 2017 besucht George nun eine neue Schule, die etwas außerhalb liegt. Er wurde dort vom ersten Tag an freundlich aufgenommen, hat schnell Anschluss gefunden und erlebt jetzt einen ganz normalen Schulalltag – und wenn er nach Hause kommt, wartet nicht nur seine Familie, sondern auch ein guter Freund auf ihn.

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