7 gefährliche Teenager-Trends, die Eltern kennen sollten.

Wer hat als Jugendlicher schon immer gute Entscheidungen getroffen? Die meisten Dummheiten und Trends sind zum Glück harmlos und Teil der Pubertät, doch immer wieder haben sich übermütige Teenager gegenseitig zu immer größeren „Höchstleistungen“ angespornt. Spätestens im Zeitalter des Internets nimmt dieser Trend allerdings oft bedenkliche Ausmaße an und kann zum Teil sogar lebensgefährlich werden. Und das nur, weil es darum geht, sich im Internet zu präsentieren und aufzufallen. Man muss nun nicht in Panik verfallen, doch ein gesundes Bewusstsein über Trends und Risiken ist immer angebracht. Und im Zweifel ein offenes Gespräch, damit die Kinder zumindest wissen, welche Risiken hinter vermeintlich harmlosen „Spielen“ oder sogenannten Challenges (Herausforderungen) lauern können.

teenagers

1. Younow

Younow ist eine Videoplattform, die vor allem bei Jugendlichen beliebt ist. Sie verwenden sie das Portal, um z.B. ein Videotagebuch zu führen oder aus ihrem Leben zu erzählen. Grundsätzlich muss man 13 Jahre alt sein, um sich anzumelden, doch immer wieder finden sich auch deutlich jüngere Kinder dort wieder. In Zeiten, in denen die Selbstdarstellung online immer wichtiger wird, ist vor allem das Live-Streaming problematisch. Denn so werden die Videos unmittelbar und ungefiltert sofort ins Netz gespeist – wo sie von anderen Nutzern aufgenommen werden können. Viele Jugendliche geben zudem ihren Namen oder Wohnort preis, zeigen sich in Unterwäsche oder aufreizenden Posen. In allerschlimmsten Fällen nutzen Erwachsene das Portal, um Minderjährige zu sehen oder zu Treffen aufzufordern. Auch Mobbing wurde schon oft beobachtet und so werden Jugendliche schnell zum Opfer fieser Attacken, die großen seelischen Schaden anrichten können. Sprecht also über die Risiken und vor allem darüber, wie schnell ein vermeintlich harmloses Video großen Schaden anrichten kann.

2. Pussy Slapping (Vagina-Klatschen)

Hinter dem ominösen Namen verbirgt sich ein grausamer „Spaß“. Hier geht es darum, dass sich Frauen oder Mädchen gegenseitig mit der Hand auf die Vagina schlagen. Meistens kommen diese Schläge natürlich ohne Warnung und oft werden die Reaktionen gefilmt und ins Netz gestellt. Gefährlich wird es, wenn die Mädchen so fest zuschlagen, dass es zu ernsthaften Verletzungen der Vagina kommt – von Blutergüssen bis hin zu Platzwunden. Auch kann man so natürlich sehr gut andere Menschen demütigen – vor allem, wenn die Videos im Netz und auf dem Schulhof kursieren.

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3. Salz-und-Eis-Challenge 

Das ist eine der „Herausforderungen“, die schon länger im Netz kursieren. Hier wird etwas Salz auf die Haut gestreut, bevor dann ein Eiswürfel daraufgelegt wird. Was zunächst harmlos klingt, wird schnell zu einer schmerzhaften Tortur. Daher auch diese Mutprobe – die Jugendlichen wollen zeigen, wie taff sie sind. Was viele nicht bedenken: Durch das Eis kühlt das Salz rasend schnell auf bis zu -17 Grad Celsius ab. Dann kommt es zu Erfrierungen, die in Extremfällen tiefe Gewebeschichten zerstören und schwere Narben verursachen. Jetzt klingt das Ganze nicht mehr so harmlos, oder?

4. Zimt-Challenge

Mittlerweile kursieren Millionen Videos von der Zimt-Herausforderung. Dabei streuen die Jugendlichen Zimt auf einen Tee- oder Esslöffel und versuchen, alles auf einmal und ohne Wasser herunterzuschlucken. Kaum einer ahnt, wie lebensgefährlich die Mutprobe sein kann. Wird nämlich der Zimt eingeatmet und landet in der Lunge, kann es zu schweren Atemkomplikationen kommen – bis hin zum Erstickungstod. Mindestens ein 13-Jähriger landete bei dem „harmlosen Spaß“ bereits im Koma.

5. Das Würge-Spiel

Bereits der Name lässt nichts Gutes erahnen, doch die Realität ist noch viel unglaublicher. Jugendliche würgen sich selbst, bis sie kurz vor der Ohnmacht stehen. Manche tun es, um einen Adrenalinstoß zu spüren, andere wollen zeigen, wie weit sie gehen. Auch kommt es immer wieder vor, dass Jugendliche aus Gruppendruck einfach dazugehören wollen. 2016 starb ein 13-Jähriger, nachdem er von „Freunden“ online dazu gedrängt worden war, sich zu würgen. Unfassbar, dass dies ein Spaß sein soll.

6. Sexting

Es gibt kaum einen Jugendlichen, der heute kein Smartphone hat. Gleichzeitig ist die Jugend eine Zeit, in der viele Teenager ihre Sexualität entdecken – eine Kombination, die schnell gefährlich werden kann. Unter Sexting versteht man nämlich, dass Menschen sich gegenseitig Nacktbilder schicken. Viele verharmlosen dabei das Risiko des Missbrauchs und entdecken es erst, wenn es zu spät ist. So kommt es oft vor, dass junge Menschen von ihren Partnern dazu aufgefordert werden, Nacktbilder zu senden oder sich bei sexuellen Praktiken filmen und fotografieren lassen. Will nun einer der beiden „prahlen“ oder sich nach einer Trennung perfide rächen, landen diese Bilder und Filme oft im Internet oder werden von Menschen gesehen, die es gar nichts angeht. Dann gibt es keine Kontrolle mehr, wer die Bilder zu Gesicht bekommt, und gerade junge Mädchen werden häufig Opfer fieser Mobbingkampagnen. Außerdem macht man sich schwer strafbar, wenn man die Bilder ohne Einwilligung herumzeigt (gerade, wenn es sich um Bilder von Minderjährigen handelt).

Pro Juventute Aufklärungskampagne ‚Sexting’ Themenbild_03

7. Selfies: Fotos auf Gleisen

Selfies kann man für fragwürdig halten, aber meistens sind sie zumindest harmlos. Nicht so jedoch dieser neueste Trend. Bahngleise haben schon lange eine poetische Tradition, werden manchmal allerdings auch als Mutprobe genutzt, um zu sehen, wer am längsten auf ihnen stehenbleibt. Mit denkbar tragischen Ergebnissen. Immer wieder kommt es zu Todesfällen, wenn Menschen, die ein Bild machen wollten, von fahrenden Zügen erfasst werden. Denn Gleise sind weder Orte zum Spazierengehen noch für Fotoshootings.

All diese Trends haben gemein, dass sie unterschätzte Risiken in sich bergen, die man eigentlich ganz einfach vermeiden könnte. Deshalb: Sprecht mit euren Heranwachsenden und bringt ihnen bei, ihren Verstand zu benutzen, anstatt jedem Trend hinterherzurennen. Denn: Was einmal im Netz ist, kann man nicht mehr löschen. Außerdem hat man nur ein Leben.

Quelle:

Brigitte

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