Gesamte Grundschulklasse adoptiert streunende Katze.

Katzenbesitzer werden bestätigen, dass die flauschigen Mitbewohner eine beruhigende Wirkung ausüben. Geht es dir nicht gut, suchen sie deine Nähe, damit du dich besser fühlst. Eine Grundschulklasse in der Türkei hat nun aber noch etwas anderes herausgefunden — Katzen helfen dabei, sich besser zu konzentrieren!

Als die junge Lehrerin Özlem Pınar Ivaşcu wie jeden Morgen ihren Unterricht an einer Grundschule in Izmir begann, nahm sie die Katze, die im Garten vor dem Klassenzimmer saß, kaum wahr. In den Pausen beobachtete die junge Frau dann aber, dass die Katze die Nähe der Kinder suchte und sich von ihnen streicheln ließ. So ging es fortan jeden Tag und sowohl für die streunende Katze als auch für die Schüler war diese Begegnung das Highlight des Tages. Wie sich herausstellte, sollte es aber nicht bei den Streicheleinheiten auf dem Schulhof bleiben.

Eines Tages kam Özlem nämlich ins Klassenzimmer und fand den verkuschelten Streuner auf einem der Tische liegend vor. Zunächst war die Lehrerin schockiert, dass diese „wilde“ Katze in ihrem Klassenraum war. Als sie jedoch sah, wie begeistert die Schüler über den überraschenden Besuch waren, ließ sie die Samtpfote gewähren. Da die Katze niemandem zu gehören schien, ging Özlem nach dem Unterricht mit ihr zum Tierarzt, ließ sie impfen und brachte sie am nächsten Tag wieder mit in die Schule.

So wurde Tombi, wie die Kinder ihr neues Klassenmaskottchen nannten, zu einem festen Bestandteil des Unterrichts. Die Katze beruhigte die Schüler und brachte sie dazu, motivierter am Unterricht teilzunehmen. „Die Kinder kommen nun pünktlich zur Schule und sie kümmern sich um Tombi. Es tut ihnen gut“, erzählt die stolze Lehrerin über die Veränderung ihrer Schüler. Kurz nachdem Tombi sich so richtig in dem Klassenraum eingelebt hatte, gab es jedoch schlechte Neuigkeiten für Özlem und das Tier.

Die besorgten Eltern eines Kindes protestierten gegen den Aufenthalt der Katze im Klassenraum. Sie hatten Angst vor gesundheitlichen Folgen für ihr Kind. Die Schulleitung reagierte auf die Sorgen und erklärte Özlem, dass Tombi nicht bei der Klasse bleiben dürfe. Die traurige Lehrerin nahm die Bedenken der Eltern ernst, wollte aber nicht, dass Tombi wieder auf die Straße zurückmusste. Aus diesem Grund vermittelte sie die Kuschelpfote an eine Familie.

Obwohl diese sich rührend um Tombi kümmerte, ging es dem Tier von Tag zu Tag schlechter. Die Katze hörte auf zu fressen und war apathisch. Man sah ihr an, dass sie das Klassenzimmer und die Schüler vermisste. Selbst als Özlem Tombi zu sich nach Hause holte, veränderte sich nichts an dem traurigen Tier.

Özlem war verzweifelt. Sie wollte dem Tier helfen, ohne zu wissen, wie sie das anstellen sollte. Schließlich beschloss sie, Tombis Geschichte im Internet zu teilen. Ohne eine konkrete Absicht damit zu verfolgen, brachte sie mit ihrem berührenden Beitrag einen Stein ins Rollen.

Denn tausende Menschen lasen und teilten die Geschichte in den sozialen Netzwerken. „Die Geschichte bekam sehr viel Aufmerksamkeit in den Nachrichten. Ich bekam Unterstützung von vielen Leuten, besonders von dem Leiter des Bildungsministeriums in Izmir“, berichtet die Lehrerin. Aber nicht nur die Fernsehsender interessierten sich für die Geschichte.

Auch die skeptischen Eltern, die gegen Tombi eingestellt gewesen waren, bekamen Mitleid mit der Katze und ließen sich umstimmen. So geschah es, dass die Samtpfote wieder an Özlems Unterricht teilnehmen durfte. Tatsächlich merkte man bereits nach wenigen Tagen, wie froh Tombi war, wieder bei ihren kleinen Freunden zu sein.

Nicht nur Özlem und ihre Schüler profitierten von der Rückkehr der niedlichen Tombi ins Klassenzimmer. Das Bildungsministerium diskutiert inzwischen darüber, ob nicht noch mehr Klassen eine Straßenkatze adoptieren sollten, um den Kindern bei der Konzentration im Unterricht zu helfen.

Eine zuckersüße Geschichte, die glücklicherweise ein schönes Ende genommen hat. Sie zeigt, dass Tiere einem nicht nur viel geben können, sondern auch im Gegenzug viel zurückbekommen sollten. 

Quelle:

thedodo.com

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