In Müll geworfener Junge trifft nach 28 Jahren seinen Retter.

Robin Barton aus Santa Ana im US-Bundesstaat Kalifornien hätte eigentlich schon vor 28 Jahren sterben sollen. Denn damals hat seine Mutter ihn als Neugeborenes in einem Mülleimer "entsorgt". Das war im Jahr 1989. Dass er heute noch lebt, verdankt er einem unglaublich glücklichen Zufall.

Denn an jenem denkwürdigen Tag hat der Polizist Michael Buelna Streifendienst und hört in einer dunklen Straße ein merkwürdiges Geräusch, das aus einem Müllcontainer zu kommen scheint. Zuerst denkt er, es handle sich um eine streunende Katze, doch als er sich der Quelle des Geräuschs nähert, findet er ein Baby. Es ist gerade erst auf die Welt gekommen, noch mit Blut und Fruchtwasser bedeckt, und die Nabelschnur ist noch intakt. Es wimmert leise, während es dort im Abfall liegt. Buelna erinnert sich: „Ich konnte sehen, dass es reagierte, als ich mich ihm näherte. Es lebte noch.“

Das Baby wiegt gerade einmal 2.000 Gramm. Nachdem der Polizist es ins Krankenhaus gebracht hat, macht er schließlich die Mutter ausfindig: ein 19-jähriges Mädchen, das so verzweifelt war, dass es sein Kind einfach wegwarf. Die junge Frau wird wegen Kindesgefährdung und versuchten Mordes angeklagt und zu drei Jahren Haft verurteilt. Der kleine Robin wird bald darauf von Elizabeth Barton und Daniel Fernandez adoptiert, die ihm nicht nur seinen Namen, sondern auch ein liebevolles Zuhause geben.

Robin hat eine zweite Chance bekommen und wächst in einem sicheren Umfeld auf, doch erst als er 28 Jahre alt ist, erzählen seine Eltern ihm, dass er ein Adoptivkind ist und wie er gerettet wurde. Als er von dem Polizisten hört, dem er seine zweite Chance und somit sein ganzes Leben verdankt, weiß Robin: Er muss seinen Retter finden und ihm persönlich danken.

Michael ist mittlerweile im Ruhestand, doch Robin sucht hartnäckig, bis er ihn findet. Als er ihn besucht, ist er nicht nur überglücklich, sondern erfährt auch, dass der ehemalige Polizist selbst als Kind ausgesetzt wurde und mit seinen Geschwistern in Pflegefamilien aufwuchs. Michael wiederum freut sich sehr, dass Robin so liebevolle Eltern gefunden und sich zu einem so prächtigen jungen Mann entwickelt hat.

Irgendwann werden auch örtliche Medien auf diese rührende Geschichte aufmerksam, am Ende meldet sich sogar Robins leiblicher Vater. Er hat Robins Mutter in den Nachrichten wiedererkannt und offenbart nun, dass er vor 28 Jahren eine kurze Affäre mit dem Mädchen gehabt habe. Er möchte gerne seinen Sohn treffen. Bei diesem Treffen erfährt Robin wiederum, dass seine leibliche Mutter nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis nach Mexiko gezogen ist.

Er hat auch sie kontaktiert und hofft, sie bald treffen zu können. Er ist ihr nicht böse: „Ich bin nicht sauer oder enttäuscht. Ich verzeihe ihr, weil sie damals als junge Frau in einer sehr schwierigen Situation war“, gesteht Robin. Aber er weiß, dass seine Geschichte ohne diesen aufmerksamen Polizisten ein tragisches Ende gefunden hätte. Aber durch Michael ist das dreckige Bündel von damals zu einem großherzigen Menschen herangewachsen. Manche Begegnungen sind einfach glückbringendes Schicksal.

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