Symptome ähneln einer Grippe: Hantaviren breiten sich aus.

Die Symptome ähneln denen einer Erkältung oder Grippe – und genau das macht das Hantavirus so gefährlich. Die Infektionskrankheit breitete sich im Jahr 2017 rasend schnell in Deutschland aus, insbesondere im Südwesten. Allein in Baden-Württemberg wurden dem Robert-Koch-Institut vom 1. bis zum 12.12.2017 bereits 928 Hantavirus-Fälle gemeldet. Im Jahr 2016 waren lediglich 72 Fälle registriert worden. Die Krankheit sollte auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. 

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Wie wird das Hantavirus übertragen?  

Anstecken kann man sich durch den Kontakt mit Nagetieren. In Deutschland sind die Rötelmaus und die Brandmaus Hauptüberträger des Virus. Der Kot, der Urin und der Speichel der Nagetiere sind bis zu zwei Wochen nach deren Ausscheidung infektiös. So kann man sich beispielsweise durch Bisse, Hautverletzungen, verunreinigte Lebensmittel oder Einatmen von Staub mit dem Hantavirus infizieren. Das Risiko einer Infektion steigt bei warmem und trockenem Wetter. Daher steigen die Infektionszahlen im Frühjahr und Sommer. 

Die Ursache für den starken Anstieg der Hantavirus-Fälle im Jahr 2017 lag am vermehrten Vorkommen von Bucheckern (den Früchten der Rotbuche), welche die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus darstellen. Durch die gute Futtersituation konnten sich die Mäuse rascher als im Vorjahr vermehren. Durch die gestiegene Zahl der Mäuse stieg wiederum die Zahl der Hantavirus-Überträger. Tröstlich ist zumindest, dass das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. 

Welche Symptome treten bei einer Infektion auf? 

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Die Inkubationszeit nach der Infektion mit dem Hantavirus beträgt bis zum Ausbruch der Symptome zwei bis vier Wochen. Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden, die mit hohem Fieber (meist über 3 bis 4 Tage), Gliederschmerzen, Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Rötungen des Rachens einhergehen. Dazu können Sehstörungen wie beispielsweise Lichtempfindlichkeit auftreten.

Im weiteren Verlauf kann es zudem zu Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Kreislaufproblemen kommen. Im schlimmsten Fall führt die Infektion zum Lungen- oder Nierenversagen. In seltenen Fällen nimmt sie einen tödlichen Verlauf. Bei einem sehr niedrigen Blutdruck, Blut im Urin, Husten mit Auswurf, winzigen Einblutungen in den Schleimhäuten und in die Augenbindehaut oder Kurzatmigkeit ist ein schwerer Verlauf wahrscheinlich. 

Hast du den Verdacht, am Hantavirus erkrankt zu sein, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen. Es gibt bisher kein Mittel gegen die Hantaviren, weshalb lediglich die Symptome gelindert werden können. Dies ist jedoch unabdingbar, damit die Erkrankung keinen schweren oder gar tödlichen Verlauf nimmt.

Wie kann man eine Ansteckung verhindern?   

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Es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um die Gefahr einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Die wohl wichtigste Maßnahme ist das regelmäßige Händewaschen, nachdem du dich im Freien aufgehalten hast. Verstaubte Oberflächen solltest du zunächst mit einem Desinfektionsmittel einsprühen und anschließend mit etwas Wasser abwischen. Achte weiterhin darauf, dass keine Nagetiere in deinen Wohnbereich eindringen. Halte Abstand zu ihnen und deren Ausscheidungen. Willst du Kot oder tote Mäuse entfernen, solltest du Handschuhe und einen Mundschutz tragen. 

Im Jahr 2014 verstarb eine Landwirtin aus Bayern am Hantavirus, nachdem sie mit Mausefallen hantiert hatte. Jedoch gibt es keinen Grund zur Panik: In den seltensten Fällen verläuft eine Infektion tödlich, denn die in Deutschland und Mitteleuropa bekannten Hantavirus-Typen sind vergleichsweise weniger gefährlich. 

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