Lehrerin hat Idee, um Schüler-Selbstmorden vorzubeugen

Die Schulzeit setzt nicht wenige Teenager unter Stress: Auf der einen Seite steht der Leistungsdruck im Unterricht, auf der anderen Seite muss man sich nebenbei häufig auch noch gegen seine Mitschüler behaupten. Viele Jugendliche fühlen sich davon überfordert und verfallen in die erste Sinnkrise ihres Lebens.

Lehrerin Erin Castillo aus der Stadt Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien weiß das und versucht daher die Jugendlichen aufzufangen, bevor sich der innere Konflikt der Schüler zuspitzt.

Mit einer simplen Idee verändert sie damit das Leben vieler Teenager.

 
 
 
 
 
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Erin Castillo ist Lehrerin mit Leib und Seele und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Schüler bei Problemen jeglicher Art zu unterstützen. Als sie bemerkte, dass ein paar ihrer Schüler bedrückt waren, suchte sie das Gespräch mit ihnen und konnte ihnen dabei helfen, die Konflikte zu lösen. In einem Interview erzählt die junge Lehrerin:

„Ich hatte eine Menge Schüler in den letzten fünf Jahren, die kaum Selbstwertgefühl hatten, dafür jedoch Selbstzweifel, falsche Ideale und Selbstmordgedanken. Nachdem ich all das mitbekommen hatte, machte ich es zum Unterrichtsthema, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich mir anzuvertrauen.“

So kam Erin schließlich auf die Idee, ein Plakat zu entwickeln, das es den Schülern einfacher macht, sich ihr mitzuteilen. Das Plakat ist seither wöchentlicher Teil ihres Unterrichts.

 
 
 
 
 
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Zu Beginn einer jeden neuen Schulwoche schreiben die Schüler ihren Namen auf die Rückseite eines Post-it-Zettels und kleben ihn anschließend in das Feld, das ihren momentanen Gefühlszustand am besten beschreibt. Sechs verschiedene Felder haben die Jugendlichen zur Auswahl:

  • Ich fühle mich großartig
  • Ich bin ok
  • Ich fühle mich so lala
  • Ich habe Probleme
  • Ich mache eine schwere Zeit durch
  • Ich fühle mich hilflos verloren

Die Idee wurde von den Jugendlichen von Anfang an gut angenommen. Dort, wo Schwierigkeiten oder Krisen signalisiert werden, sucht Erin das Gespräch mit den betroffenen Schülern – auf deren Wunsch hin auch gemeinsam mit den Eltern.

 
 
 
 
 
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Als die Mutter eines Schülers von Erin das Plakat im Klassenraum hängen sah, war sie so begeistert von der Idee, dass sie ein Foto davon auf ihrem Facebook-Profil hochlud. Die Methode der jungen, engagierten Lehrerin kam so gut an, dass der Post bisher über 190.000 Mal geteilt wurde. Viele Lehrer haben Erins Plakat übernommen und ebenfalls in ihren Unterricht integriert.

„Ich hätte niemals damit gerechnet, dass meine Idee so viele Menschen erreicht. Zu sehen, dass dieses System nun in so vielen verschiedenen Ländern angewandt wird, von Neuseeland bis Afrika, und all die damit gemachten Erfahrungen erzählt zu bekommen, in denen Schülern überall auf der Welt dadurch geholfen werden konnte, überwältigt mich“, erzählt Erin.

 
 
 
 
 
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Erins Schüler sind dankbar, eine Lehrerin zu haben, die sich um sie bemüht und bei Problemen nicht einfach wegschaut. Die Möglichkeit, sich einem neutralen Erwachsenen mitteilen zu können, wird von vielen in Anspruch genommen. Erins Methode, so den Selbstzweifeln der Jugendlichen entgegenzuwirken, scheint also zu funktionieren.

Hilfsangebote bei Suizidgedanken:

Hast auch du manchmal dunkle Gedanken? Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Falls du nicht mit Freunden oder deiner Familie darüber sprechen möchtest, findest du hier sowohl die Telefonnummer der Telefonseelsorge, als auch die Möglichkeit über einen Chat mit einem geschulten Zuhörer zu sprechen. Alle Kontaktwege bleiben anonym.

Telefonseelsorge: unter 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 zu erreichen.

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