Krankenhaus lässt Mann nach 19 Tagen ohne Essen verhungern.

Wenn einer unserer Liebsten stationär im Krankenhaus behandelt werden muss, dann verlassen wir uns darauf, dass er oder sie dort sorgfältig betreut und gepflegt wird.

Auch die Angehörigen von Giuseppe Ulleri vertrauten darauf, dass dieser im Manchester Royal Infirmary in England verantwortungsvoll versorgt werden würde.

Der 61-Jährige war mit dem Down-Syndrom geboren worden und lebte in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Withington. Als man ihn dort nach einem Sturz verletzt auf dem Fußboden seines Schlafzimmers fand, musste Giuseppe ins Manchester Royal gebracht werden.

Giuseppe, von seiner Familie „Joe“ genannt, war, wie seine Schwester Ria sich erinnert, ein freundlicher Mensch mit viel Humor, der gerne tanzte und seinen Garten liebte.

Als seinen Verwandten wenige Wochen nach seinem Unfall mitgeteilt wurde, dass Joe unerwartet verstorben war, waren sie tief geschockt – aber erst, als sie erfuhren, warum und woran er gestorben war, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich.

Joe konnte sich nicht mit vielen Worten ausdrücken, hatte aber sein Leben lang kein Problem damit, sich seiner Umgebung auf verschiedenste Weise verständlich zu machen. Doch die Angestellten des Krankenhauses hatten offenbar keine Ahnung davon oder Einigkeit darüber, wie sie ihren Patienten ernähren sollten, und versagten völlig darin, untereinander und mit ihm selbst zu kommunizieren.

So unfassbar es klingt, die misslungene Kommunikation innerhalb des Krankenhauses führte dazu, dass Joe 19 Tage lang nicht ernährt wurde. Er verlor in dieser kurzen Zeit über 18 Kilogramm Körpergewicht. Seine Familie hatte keine Ahnung davon, wie sehr er vernachlässigt wurde. Erst als sie nach seinem Tod eine Untersuchung der näheren Umstände erzwangen, erfuhren sie, dass man Joe buchstäblich hatte verhungern lassen. Die Untersuchung zeigte ein katastrophales Wirrwarr aus Verantwortlichkeiten, falschen Informationen und eklatanter Vernachlässigung. Weder Joes Betreuer aus dem Wohnheim noch seine Geschwister wurden bei seiner Versorgung angehört, egal, wie oft sie ihre Besorgnis über seinen Zustand äußerten.

„Sein ganzes Leben lang haben wir darum gekämpft, dass er so akzeptiert und respektiert wurde, wie er war“, sagt Ria. Joe war das älteste von vier Kindern, die nach dem Tod ihrer Mutter allein von ihrem Vater Pietro großgezogen wurden. Als Pietro erkrankte und bei Ria Multiple Sklerose festgestellt wurde, zog Joe in die Einrichtung des betreuten Wohnens, wo er größtenteils selbständig zurechtkam und sich sehr wohl fühlte.

Bei dem Sturz in seinem Schlafzimmer hatte er sich die Hüfte, das Handgelenk und sogar das Genick gebrochen. Er konnte sich nicht bewegen oder selber schlucken, weshalb ihm im Krankenhaus eine Ernährungssonde angelegt wurde, die ihm aber Schmerzen bereitete. Nach nur einem Tag wurde die Sonde wieder entfernt und die fatale Diskussion, wie der Patient am besten zu ernähren sei, begann.

Während die betriebsinterne Kommunikation darüber, wie Joe denn nun Nahrung erhalten sollte, über 19 lange Tage ergebnislos hin und her ging, wurde er überhaupt nicht ernährt und konnte sich der Umgebung in seinem hilflosen Zustand auch nicht verständlich machen. Es bleibt unglaublich, dass in all der Zeit niemandem auffiel, dass der Patient, der ja täglich gewaschen und versorgt werden musste, vor den Augen des Personals langsam verhungerte.

Wenn Ria ihren Bruder besuchte, merkte sie, dass es ihm schlecht ging und er litt, aber sie führte das auf seine Verletzungsschmerzen und die ungewohnte Umgebung zurück. Wenn er erst einmal nach Hause käme, so hoffte sie, würde es ihm schnell besser gehen.

Doch Joes Bruder Peter hatte ihn zwei Tage vor seinem Tod besucht und war entsetzt darüber, wie schwach und abgemagert er war. Joe starb ihn den Armen seiner Geschwister. Als Todesursache wurden eine Kombination aus multiplen Knochenbrüchen, einer Lungenentzündung und starker Unterernährung festgestellt. Die Familie ist vor Gericht gezogen und kämpft noch um eine vollständige Aufklärung.

Was für ein schrecklicher und sinnloser Verlust. Hoffentlich werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen, damit sie niemandem mehr ähnliches Leid zufügen können.

Quelle:

Daily Mail

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