Frau teilt ihren Albtraum von häuslicher Gewalt.

Ein Familiendrama erschüttert gerade die USA: Ein Mann aus Colorado hat dort seine schwangere Ehefrau und die zwei kleinen Töchter ermordet. Nach dem Schock stellen sich viele die Frage: Wie konnte ein Mann, der nach außen hin wie ein liebevoller Vater und Ehemann erschien, zu so einer Gewalttat fähig sein? 

Die Antwort ist, dass häusliche Gewalt hinter verschlossenen Türen stattfindet und Gewalttäter meist erst dort ihr wahres Gesicht zeigen. Die US-Amerikanerin Julie Starr hat die Tragödie zum Anlass genommen, um von ihrem ganz eigenen Albtraum zu erzählen, der einst in ihren eigenen vier Wänden stattfand:

„Die Nachrichten aus Colorado treffen mich mitten ins Herz. Was schmerzt, ist, dass alle schreiben, dass niemand etwas 'wusste'. Auf den sozialen Medien postete das Opfer Bilder einer glücklichen Familie. Ihre Familie und Freunde hatten 'keine Ahnung, dass es Probleme gab'. Er war 'ein großartiger Kerl, toller Ehemann und Vater' – wie konnte er nur so etwas tun?

Weil er es getan hat, als niemand hinschaute.

Ich schreibe das nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, ich habe das DURCHLEBT. Als ich ihn verließ, waren alle überrascht. Sie fragten, warum ich nicht länger geblieben sei, man könne eine Ehe nicht so schnell aufgeben.

Warum ich gegangen bin? Damit meine Tochter und ich in Sicherheit sind. Das wird jetzt wehtun ... nicht nur ein bisschen.

Der Mann, den du liebst ... nennt er dich eine Schlampe? Eine Hure? Das ist keine Liebe.

Hat er dir am Muttertag ins Gesicht gespuckt? Das ist keine Liebe.

Hat er dich einen Fettsack genannt, nachdem du gerade sein Kind zur Welt gebracht hast? Und dir gesagt: 'Dich wird nie jemand wollen, guck dich doch an!' DAS IST KEINE LIEBE.

Hat er dich so fest geschubst, dass du auf den Wohnzimmertisch gefallen bist? Und als du nach deinem Handy greifen wolltest, hat er es versteckt, sodass du nicht die Polizei rufen konntest, während er sich weinend bei dir dafür entschuldigt hat, was er gerade getan hat? Es tut ihm nicht leid und das ist keine Liebe.

Hat er Löcher in eure Wände geschlagen? In eure Schlafzimmertür? In die Badezimmertür, weil du nur ein Bad nehmen wolltest, aber er noch nicht fertig war mit Streiten? Das ist keine Liebe.

Hat er absichtlich deine Hand in der Tür eingeklemmt, sodass du in der Notaufnahme zum Röntgen musstet und es dir zu peinlich war zu erzählen, was wirklich passiert ist? Das ist keine Liebe.

Hat er dich im tiefsten Winter ausgesperrt, als du nichts als ein T-Shirt trugst? Und dir ins Gesicht gelacht, bevor er die Tür abgeschlossen hat? Das ist keine Liebe. 

Macht er all das hinter verschlossenen Türen, wenn niemand anderes da ist? Lieben ihn alle, die ihn kennen, weil sie keine Ahnung haben, wer er wirklich ist, wenn keiner hinschaut?

Er liebt dich nicht.

Wenn du dich jemals in den Schlaf geweint hast, gebetet hast, dass er sich ändert, für die Kraft gebetet hast, ihn zu verlassen.

Dann geh! Jetzt!

Geh, bevor du diejenige in den Nachrichten bist. Geh, bevor deine Familie sich fragt, wie das passieren konnte. Denn sie hatten ja keine Ahnung.

Er ist stark, aber du bist stärker.

Es gibt gute Männer da draußen. Männer, die nicht ihre Stimme, geschweige denn ihre Hand erheben. Finde ihn! Dann weißt du, was Liebe ist.“

Eindringliche Worte der Mutter, die in ihrem jungen Alter schon die Hölle durchlebt hat. Sie hofft, mit ihrer Ehrlichkeit zu all jenen Betroffenen vorzudringen, die sich noch in derselben Situation befinden. Die noch nicht die Kraft oder den Mut gefunden haben, ihren gewalttätigen Partner zu verlassen.

Durchaus kein leichtes Unterfangen, denn der körperliche Missbrauch geht meist mit psychischer Gewalt und Manipulation durch den Täter einher. 

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Saskia (@ink_fit_sassii1993) am

Allein in Deutschland hat nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend jede vierte Frau Gewalt durch einen früheren oder aktuellen Partner erlebt. Laut einer BKA-Statistik steigt bei Gewaltverbrechen auch die Anzahl der „Partnerschaftsgewalt“ seit Jahren kontinuierlich an.

Ein Grund mehr, warum häusliche Gewalt kein Tabuthema bleiben darf.

Kommentare

Auch interessant