Viktorianische Frauen mit unglaublich langen Haaren

Ein Teil des menschlichen Körpers, dem eine Menge Aufmerksamkeit gewidmet wird, waren und sind die Haare. Wie die meisten Aspekte, die man mit Schönheit verbindet, werden Haare vor allem bei Frauen bewertet, bewundert und kritisiert. Während langes Haar bei Männern im europäischen Mittelalter anzeigte, dass der Träger frei und kein Leibeigener war, setzten sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts Kurzhaarschnitte für Männer durch. Bei Frauen hieß es bei Haarthemen jedoch: „Je länger, je lieber.“

Erst in den 1920er Jahren tauchten die beliebten kurzen Garçonne-Frisuren auf, mit denen junge Frauen sich vom Gewicht der früheren Prachtmähnen befreiten. Im 19. Jahrhundert waren gepflegte Haare, die nie gekürzt wurden und bis zum Boden reichen konnten, das Ideal femininer Schönheit. Fotografien, die in jener Zeit angefertigt wurden, zeigen deutlich, wie kostbar das Haar für seine Trägerinnen ist.

1. Fast bis zum Boden

Um sich die Mähne so lang zu pflegen, musste man ihr viel Aufmerksamkeit widmen.

2. Stolz auf die Pracht

In der Öffentlichkeit wurden solche Haare nie offen getragen – aber für einen Termin beim Fotografen wurden sie manchmal hergezeigt.

3. Empfindliche Mähne

Zum Kämmen wurden Bürsten mit Wildschweinborsten benutzt, die auch heute wieder beliebt sind.

4. Viktorianisches Familienbild mit offenem Haar

Die Pflege langen Haars erfordert viel Arbeit. Es galt daher unter anderem als ein Zeichen von Wohlstand, denn Frauen, die den ganzen Tag arbeiten mussten, hatten keine Zeit dafür.

5. Kein Look für einen Spaziergang im Park

Tagsüber wurden die Haare geflochten und hochgesteckt.

6. Haarwaschtag

Das Haar viktorianischer Damen wurde etwa einmal pro Woche gewaschen und brauchte Stunden, um zu trocknen.

7. Für die Nacht verstaut

Nachts wurden die Haare auf Papier- und Stoffstreifen aufgerollt, damit sie im Schlaf nicht verfilzen.

8. Auf Hochglanz gebürstet

Ausgiebiges Bürsten sollte darin resultieren, sich die Haare weniger oft waschen zu müssen. Die empfohlenen hundert Bürstenstriche pro Tag sollten die Haare nicht nur ordnen, sondern auch säubern.

9. Ein Zeichen für Vitalität

Sehr langes Haar galt auch als Zeichen von Gesundheit, denn bei schweren und längeren Krankheiten wurde der Patientin oft das Haar kurz geschnitten, weil es so leichter zu handhaben war.

10. Märchenmähne

Langes Haar gilt noch heute als romantisches Ideal.

11. Glänzende Locken

Sie waren und sind der Stolz ihrer Trägerinnen – und Träger!

12. Private Pracht

Mit offenem Haar gesehen zu werden, war eine sehr persönliche Sache.

13. Raum für Kreativität

Mit so viel Masse sind extravagante Frisuren möglich.

14. Gut für die Kopfhaut

Männer- und Frauenhaare wurden gleichermaßen mit Makassar-Öl gepflegt. Wenn auf den Kopflehnen von Sofas gehäkelte Deckchen liegen, dann stammt dies aus der Zeit, in der die Sitzenden dort sonst mit ihrem geölten Haar peinliche Fettflecken hinterlassen hätten.

15. Rapunzel

Sie waren bezaubernd anzuschauen, aber im Alltag ein eher unpraktischer Schmuck.

Schön, aber durchaus anstrengend. Die Fotos zeigen eindrucksvoll, dass diese Frauen es genossen, ihre sorgsam gewachsenen und mühsam kultivierten Haare zu zeigen und sogar verewigen zu lassen. Schließlich hat sie sonst kaum jemand in voller Pracht gesehen.

Vorschaubilder: © Facebook/Another Vintage Point © Facebook/Essence of Vintage

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