Frau trägt todkrankes Kind aus, um dessen Organe zu spenden.

Derek Lovett und Krista Davis aus Tennessee (USA) haben sich zwar erst vor anderthalb Jahren kennengelernt, jedoch wussten die beiden schon sehr früh, dass ihre Beziehung kein kurzes Abenteuer werden sollte. Es verging nicht viel Zeit, bis Derek und Krista zusammenzogen, um eine gemeinsame Familie zu gründen.

Zu ihrer Überraschung wurde Krista bereits nach wenigen Wochen schwanger, obwohl die Fruchtbarkeit der jungen Frau wegen einer Stoffwechselstörung vermindert ist. Die Welt schien für das glückliche Paar nur in den hellsten Farben zu erstrahlen – bis ein Schicksalsschlag alles auf den Kopf stellte.

„Nach zehn Wochen hatte ich eine Fehlgeburt. Es war niederschmetternd, aber wir wollten unbedingt Eltern werden“, erklärt Krista. Deswegen versuchte es das Paar weiter und schöpfte schon bald wieder neue Hoffnung.

„Als ich mit Rylei schwanger wurde, freuten wir uns sehr, auch wenn wir dieses Mal etwas unruhig waren“, erinnert sich Krista. Die ersten Wochen der Schwangerschaft verliefen normal, weshalb es zunächst so schien, als würden Krista und Derek in wenigen Monaten eine gesunde Tochter in den Armen halten dürfen.

Nach einem in der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführten Gentest, der das Risiko von kindlichen Fehlbildungen aufdecken sollte, platzte der Traum des jungen Paares erneut: Bei der kleinen Rylei wurde nämlich eine Anenzephalie diagnostiziert – ein Defekt, der dazu führt, dass sich die Schädeldecke eines Fötus nicht normal entwickelt.

„Die Diagnose hat uns tief getroffen und das Herz gebrochen. Die letzte Fehlgeburt und dann die Probleme während meiner Schwangerschaft mit Rylei … Das konnten wir nur sehr schwer verarbeiten“, erzählt Krista.

Weil Neugeborene mit diesem Geburtsfehler nicht lange überleben, standen Derek und Krista vor einer schwierigen Entscheidung: Sie konnten die Schwangerschaft abbrechen – was zum sofortigen Tode ihrer Tochter geführt hätte – oder die Kleine normal austragen, damit diese anderen Kindern mittels einer Organspende helfen kann.

„Derek und ich sahen einander an, als wir beim Arzt eine Entscheidung treffen mussten. Wir wussten, was zu tun war. Auch wenn ich selbst mein Baby nicht mit nach Hause nehmen durfte, so konnte ich wenigstens einer anderen Mutter die Chance geben, es zu tun.“

Schließlich erblickte Rylei am 24. Dezember 2018 das Licht der Welt. So überraschend es war, dass die Kleine gerade am Heiligabend geboren wurde, so erstaunlich war die Zeit danach. Anders als von den Ärzten vorhergesagt, überlebte Rylei nach ihrer Geburt nicht nur wenige Minuten, sondern eine ganze Woche!

„Es war so, als hätte sie darum gekämpft, uns mehr Zeit mit ihr zu geben. In dieser Woche haben wir ihr die Liebe eines ganzen Lebens geschenkt. Sie hat die ganze Zeit nur gelächelt und war ein wundervolles Baby“, erinnert sich Krista.

Das kleine Mädchen schlief schließlich zu Silvester friedlich ein. Obwohl Rylei nun nicht mehr auf dieser Welt weilt, wird sie weiterleben. Nicht nur im Herzen ihrer Eltern, sondern auch in zwei Kindern, denen Ryleis Herzklappen implantiert wurden.

Das Leben der kleinen Rylei war kurz, aber trotzdem voller Liebe. Sie hat einen tiefen Eindruck hinterlassen und wird von ihren Eltern schmerzlich vermisst.

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